Hanf
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Hanf als Rohstoff

Hanf auch Cannabis genannt gehört zu der Familie der Hanfgewächse und zählt zu den ältesten Nutz- und Zierpflanzen der Welt. Sie ist eine Drogen- als auch eine Heilpflanze. Ihre Anwendung ist sehr umstritten. Man vermutet, dass Hanf ursprünglich in Zentralasien beheimatet war. Heute wird Hanf weltweit in den gemässigten und subtropischen Zonen angebaut sowohl in kultivierter als auch in verwilderter Form. Anfang 1990 hat der landwirtschaftliche Anbau stark zugenommen. Die europaweite Produktion kann der steigenden Nachfrage nicht entsprechen. Der Hanf kann in vielen wirtschaftlichen Bereichen eingesetzt werden. Er eignet sich als Basis zur Herstellung von Farben, Lacken und Waschmittel als auch für bestimmte Arten von Papier. Der Hanffaser ist der Baumwollfaser in vielerlei Hinsicht überlegen. Sie ist sehr widerstandsfähig so dass die Faser recycelt werden kann. Hanfsamen werden auch als Futtermittel verwendet und kommen vor allem in Vogel- und Kornfuttermischungen für Nagetiere vor.

Hanf als Medizin

Verschiedene Wirkstoffe, die im Hanf enthalten sind, bieten ein enormes medizinisches Potenzial. Die medizinische Verwendung von Cannabis hat eine jahrtausend alte Tradition. So kann sie heute bei Krebspatienten den Brechreiz nach der Chemo- und Strahlentherapie lindern und den verloren gegangenen Appetit anregen. Bei MS-Patienten und Paraplegikern wirkt das Canabis krampflösend und verringert dadurch spasmische Zuckungen. Das Hanföl zeigt sehr gute Resultate bei Neurodermitis, da es den Juckreiz mildert. Die therapeutische Anwendung ist bei uns verboten und die Hanfinitiative vom Schweizer Volk abgelehnt worden. Holland ist weltweit das erste Land, welches Hanf als verschreibbares Medikament ausgeben darf. 2008 wurde der Versuch um weitere fünf Jahre verlängert. Bis heute wird Cannabis als Medikament trotz wissenschaftlichen Studien schwerkranken Menschen vorenthalten, da Cannabis bei uns zu den Drogen zählt. Deshalb sollte medizinischer Hanf als regulär registriertes Medikament anerkannt werden und unter Kontrolle verschrieben werden können.

Hanf als Droge

Verschiedene Hanfsorten führen, bedingt durch die in der Pflanze enthaltenen Wirkstoffe, zu Rauschzuständen. Die getrockneten, harzhaltigen Blüten und kleinen Blätter werden Marihuana genannt und können ohne Weiterverarbeitung pur in Form eines Joints geraucht werden. Wird das Marihuana in Wasserpfeifen, den so genannten Bongs geraucht, ist eine intensivere und schnellere Wirkung garantiert. Der private Anbau in Wohnungen in einem Growschrank unter Kunstlicht hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Dadurch kann der Konsument den Kontakt zum Schwarzmark vermeiden. Auch ist das Entdeckungsrisiko geringer als im Freilandanbau. Der Growschrank sollte nach aussen unauffällig sein und mit einer Entlüftungsanlage versehen werden. Die benötigte Energiemenge in Form von Strom ist erheblich. Die Pflanze kann aber auch zu Haschisch und Hasischöl weiter verarbeitet werden. Dabei werden die Blätter zu Platten oder Blöcken gepresst. Haschisch zählt zu den sanfteren psychoaktiven Drogen. Das Haschisch wird erhitzt, mit Tabak vermischt und geraucht.